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Kundenorientierung im Zeitalter der KI

Liebe Leserinnen,
liebe Leser,

Kundenorientierung im Einzelhandel hat im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz eine neue, geradezu übermenschliche Dimension erreicht. Endlich müssen sich Menschen nicht mehr mit den Launen anderer Menschen herumschlagen – weder auf der einen noch auf der anderen Seite der Ladentheke. Die Maschine weiß schließ lich besser, was wir wollen. Oft sogar lange bevor wir es selbst wissen.

Schon beim Betreten eines modernen Geschäfts beginnt die Magie: Kameras erkennen unsere Stimmung, Algorithmen unsere Kaufkraft und irgendwo im Hintergrund berechnet ein neuronales Netz, ob wir heute eher zu Impulskäufen neigen oder unseren Einkauf geplant haben. Das Verkaufspersonal? Wurde weit gehend durch Tablets ersetzt – jene empathischen Alleskönner, die mit stoischer Ruhe „Bitte wenden Sie sich an den Online-Support“ anzeigen. Auch Beschwerden werden endlich zeitgemäß behandelt. Statt sich mit einem Menschen auseinanderzusetzen, darf der Kunde nun durch ein mehrstufiges KI-Dialogsystem navigieren, das mit beeindruckender Konsequenz jede Form von Verantwortung elegant umgeht. Nach dem fünften „Ich verstehe Ihr Anliegen“ fühlt man sich nicht nur verstanden, sondern freut sich über das unerwartete Entgegenkommen.

Und genau hier, im perfekt optimierten System, zeigt sich eine spürbare, emotionale Lücke: Der Mensch fehlt. Nicht als Störfaktor, sondern als das einzige Wesen, das zwischen den Zeilen lesen, Unsicherheit erkennen und auch einmal eine unlogische, aber passende Lösung anbieten kann.

So effizient, präzise und allwissend die KI auch sein mag – sie kann den Moment nicht ersetzen, in dem ein Gegenüber tatsächlich zuhört, nachfragt und versteht, was nicht im Datensatz steht. Vielleicht ist das die eigentliche Pointe dieser Entwicklung: Je perfekter die Kundenorientierung technisch wird, desto deutlicher wird, was ihr fehlt.

Und so bleibt als Fazit eine fast altmodische Erkenntnis: Im Einzelhandel der Zukunft mag vieles automatisiert sein – aber echte Kundenorientierung beginnt dort, wo ein Mensch dem anderen begegnet.

Stimmt doch, oder?

Herzlichst Ihr Fabian A. Farkas

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