Do-it-yourself-Handel: Die 80er Jahre

Mit Beginn der 80er-Jahre setzt ein richtiger Run auf die DIY-Branche ein. Die „Lebensmittler“ sehen in diesem Einzelhandelzweig einen Ausgleich für die geringen Margen im Food-Sektor.

Baustoffhandel, Holzhandel und Eisenwarenhandel wollen nicht länger als Ersatzbanken fungieren, weil ihre Kunden aus Gewerbe und Handwerk nur äußerst schleppend zahlen. Sie wenden sich ebenfalls verstärkt der DIY-Branche zu. So drängen zu Beginn der 80er vor allem Einzelunternehmen auf den Markt, mit viel gutem Willen, aber ohne das notwendige Know-how. Deshalb werden vor allem die Einkaufskooperationen des Handels von ihren Mitgliedern bedrängt, entsprechende Konzepte zu entwickeln. Hagebau realisiert 1979 den ersten hagebaumarkt und bietet eine abgespeckte Version als hagebau-Shop an. Damit wächst das Unternehmen im Einzelhandel sehr rasch. Der Nürnberger Bund (NB) entwickelt das „Profi”-Konzept, E/D/E bietet „Bauklotz“ an, um nur einige Beispiele zu nennen. Tony Arthur Farkas gründet 1982 die Norddeutsche Betriebsberatungsgesellschaft, die sich schnell zu einem Franchise-System entwickelt und vor allem in Klein- und Mittelstädten mit „bauSpezi“ Erfolg hat.

Die Warenwirtschaft wird als Steuerungsinstrument im Handel das Thema und bleibt es für die nächsten Jahre. Die neue Europäische Artikelnummerierung (EAN) haben 7.000 Unternehmen übernommen, davon aber nur 2.400 Betriebe im Einzelhandel, nahezu ausschließlich im Lebensmittelbereich. Die Übernahme der Strichcodes und Erfassung durch Scanner auch im Baumarkt-Sektor wird in den Unternehmensspitzen diskutiert, einzelne Baumärkte zu Testzwecken mit Scannerkassen ausgerüstet. Es dauert noch Jahre, bis die Geschlossene Warenwirtschaft in den Filial-Unternehmen endlich zur Realität wird.

Die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucher (AgV) legt 1984 eine Untersuchung über Baumarktberater vor. In ihrem Auftrag sind 34 Baumärkte unter die Lupe genommen worden. Das Ergebnis zeigt „eine erschreckende Unkenntnis“ der sogenannten Fachberater. In den meisten Fällen wird dem Kunden auf gezielte Fachfragen lediglich ein Herstellerprospekt in die Hand gedrückt. Auch die Unfreundlichkeit des Verkaufspersonals und die mangelnden Serviceleistungen der Baumärkte werden angeprangert. Das Thema bleibt bis heute auf der Tagesordnung.

Das Institut für Freizeitwirtschaft in München ermittelt 23 Mio. Personen als Heimwerker. Die privaten Haushalte geben 28,9 Mrd. DM für Do-it-yourself-Produkte aus. Laut Nielsen setzen die „reinrassigen“ Baumärkte davon 7,5 Mrd. DM um, das sind rd. 26 Prozent des DIY-Gesamtumsatzes. In dieser Erhebung hat Nielsen auch die Herkunft der 1.336 Märkte ermittelt: Demnach stammen aus dem Baustoffhandel 463 Unternehmen, dem Lebensmittelhandel 360, dem DIY-Handel (Bauhaus u.ä.) 296, dem Holzhandel 117 und dem Eisenwarenhandel 100.

Die Entwicklung von erfolgreichen
Franchise-Systemen fußt auf der Überzeugung,
dass das Ausnutzen von Synergieeffekten
und der Know-how-Transfer zwischen den
Systemen ein maßgeblicher Erfolgsbestandteil
ist.

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