Do-it-yourself-Handel: Die 70er-Jahre

Mittelständische Betriebe aus allen relevanten Branchen haben erkannt, dass das Geschäft mit Heimwerkerbedarf Zukunft hat. Und so bilden sich vor allem bis etwa Mitte der 70er-Jahre viele Angebotsformen heraus: Es ist die Zeit der Experimente. Auch die Namen der Läden, Geschäfte und Märkte zeigen die ganze Vielfalt der Entwicklung.

Die Situation zu Beginn der 70er-Jahre: Viele sehen im Heimwerkermarkt eine Zukunft, aber es gibt wenige Vorbilder, wie ein kompetentes und gewinnbringendes Angebot aussehen soll. Auch die Beschaffungsseite bereitet Schwierigkeiten. Und so „bastelt“ sich jeder Unternehmer sein Konzept im Do-it-yourself-Verfahren selbst zurecht. Viele der mittelständischen Marktbetreiber von damals sind auch heute noch im DIY-Markt-Spiel. Nur: Sie sind Franchise-Nehmer und Kooperateure. Auf dem Firmenschild prangt nicht mehr „Baumarkt XYZ“ sondern Bauklotz, OBI, hagebau, um nur einige zu nennen.

Aber auch „Branchenfremde“ sehen Mitte der 70er-Jahre die Chancen, die der DIY-Markt bietet. Angesichts sinkender Spannen im Lebensmittel- und Verbrauchermarkt-Sektor sehen sie im Heimwerkermarkt die Rettung und steigen dort ein. Die Konkurrenz wird stärker. Zu Beginn der 80er-Jahre spricht man schon in der Branche von einem „Verdrängungswettbewerb“. Lächerlich aus heutiger Sicht. Laut Nielsen gibt es 1979 genau 1.036 Heimwerkergeschäfte (unter 400 m² VK-Fläche), 253 Heimwerkermärkte (400 bis 1.000 m² VK-Fläche) und 345 Bau- und Heimwerkermärkte (1.000 m² und mehr) im gesamten Bundesgebiet. Da man die gut 1.000 „Lädchen“ unter 400 m² VK-Fläche getrost vernachlässigen kann, ebenso die 253 bis 1.000 m², gibt es nur 345 ernst zu nehmende Märkte.

In Kelheim entsteht der erste Baumarkt der hagebau. Es ist nicht vorherzusehen, dass diese Baustoffhandels-Kooperation in knapp 20 Jahren zu den Marktführern im DIY-Einzelhandel gehören wird.

  • Wirichs erzielt im Geschäftsjahr 1978/79 einen Baumarkt-Umsatz von 50 Mio. DM.
  • Arens + Hilgert eröffnet einen Baumarkt in Neuenrade mit der Größe von 3.000 m².
  • Die Pionier-Märkte von Trotz melden den Start des 12. Marktes in Hannover.
  • Max Bahr erzielt im Geschäftsjahr 1978/79 mit 25.300 m² Verkaufsfläche rd. 74 Mio. DM. Das entspricht einem Plus von 34,5 Prozent.
  • Marktkauf startet mit dem 7. Baumarkt in Bünde.
  • Stinnes betreibt nun 15 Bau- und Heimwerkermärkte. Sie firmieren unter „Selbermachen + Co.“ und „Der Rotgrüne Baumarkt“. Sie werden jetzt zur Stinnes Baumarkt GmbH zusammengefasst.
  • Die Einführung einer Europäischen Artikel-Nummerierung mit dem Kürzel EAN ist in der Diskussion.
  • Coop startet im Herbst die Linie „bau+hobby-Depot“ mit einem 1.900 m² großen Baumarkt in Schopfheim. Es ist der erste Baumarkt der Gruppe, dem bis zum Jahresende drei weitere folgen.
  • Die GfK Nürnberg beziffert den Do-it-yourself-Markt auf rd. 23 Mrd. DM.
  • Eine kleine Sensation: Im Telefonbuch „Gelbe Seiten“ gibt es erstmals den Begriff „Heimwerkerbedarf“. Bis dato gibt es nur „Bastelbedarf“.

Die Entwicklung von erfolgreichen
Franchise-Systemen fußt auf der Überzeugung,
dass das Ausnutzen von Synergieeffekten
und der Know-how-Transfer zwischen den
Systemen ein maßgeblicher Erfolgsbestandteil
ist.

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